Das Spielchen des Märchengutachers Egon Bachler

Bis vor gar nicht langer Zeit spielte Egon am liebsten das "Hütchenspiel", und das ging etwa so:

"Ich bin gar nicht ich allein, weil ich bin in Wirklichkeit mehrere Personen und man darf mich keinesfalls mit mir verwechseln - jetzt habe zum Beispiel den Gerichtssachverständigen-Hut auf, seht ihr, und somit bin ich im Augenblick auch nicht der TAF-Chef, klar ?? Weil der TAF-Chef-Hut schaut nämlich ganz, ganz anders aus, versteht ihr ?? Und wenn da jemand behauptet, der Egon ist befangen, weil der selbe Egon, der jetzt im Gerichtsaal als Gutachter sitzt, hat mir schon vorher als TAF-Chef seine TAFler ins Haus geschickt, also wenn das wirklich einer so böse behauptet, dann sage ich Euch: er ist nie nicht befangen, weil wenn man den Sachverständigen-Hut aufhat, ist man jemand ganz anderer als wie wenn man den TAF-Hut aufhat, ich schwör‘s! Und überhaupt hat das Geld, das man als Sachverständiger bekommt, ein ganz anderes Mascherl drumherum als das Geld, das man fürs taffen kriegt. Noch Fragen??“ 

Nun ja. 

Und wenn jemand die TAF-„Betreuung“ nicht mehr wollte und das Jugendamt daraufhin die Kinder abnehmen wollte, auch dann trat der „unabhängige“ Gerichtsgutachter Bachler auf den Plan. Zwar wäre die Absage der TAF-Betreuung negativ für den finanziellen Erfolg der Firma des TAF-Chefs gewesen und auch das Eingeständnis, dass die TAF-Betreuung nichts gebracht hatte, dürfte Egon, dem TAFler, schwer gefallen sein. Aber „glücklicherweise“ hat ja in solchen Fällen immer der unabhängige Gerichtsgutachter Egon, der, außer die selbe Person zu sein, mit dem besagtem TAFler Egon nichts gemein hatte, dann die Kindesabnahme fürs Gericht abgesegnet.

Auf Grund der „Verschiedenheit“ dieser Personen, die sich natürlich nur die äußere Hülle Egon Bachlers teilten, fand auch niemand etwas dabei, wenn Egon der Gerichtssachverständige unverhohlen den finanziell einträglichen Einsatz seiner – Entschuldigung – der Firma von Egon dem TAFler empfahl. Und sollte jemand besonders Uneinsichtiger sich Egons Empfehlung widersetzen und die TAF-Betreuung (durch Egon, den TAFler) ablehnen, sorgte Egon (jetzt wieder als Gutachter) dafür, dass den Betroffenen auch flugs die Kinder abgenommen wurden.

Schließlich dann doch ein wenig in Bedrängnis geraten, spielt Egon (jetzt nur mehr als TAFler, weil Egon der Gutachter hat sich 2010 aufgelöst) nun auch gerne ein wenig verstecken, wenngleich auf etwas lustige Art und Weise. Seit Juni 2012 ist Egon von der TAF-Homepage verschwunden, und die Salzburger Landespolitik lässt uns wissen, dass seine Geschäftsführerfunktion nun „ruhe“ (was immer das nun heißen mag). Ob sein Geschäftsführergehalt nun wohl auch ruht ? 


  

  

  

Das Firmenbuch scheint von Egons Ruhen als Geschäftsführer jedenfalls noch nichts zu wissen. Und bedenkt man, dass Egon früher, als er als TAF-Geschäftsführer noch "ruhelos" war, in seiner zweiten Identität als Egon der Gerichtssachverständige jährlich bis zu 66 Gutachten mit im Mittel 30 abgerechneten Stunden (also ca. 2000 Gutachterarbeitsstunden im Jahr) verfasste, dazu kamen noch Erörterungen bei Gericht, Anfahrten etc., so hatte der Ärmste ja damals zusätzlich zum TAF-Geschäftsführer gleichzeitig einen mehr als Full-Time-Job zu bewältigen gehabt. Hoffentlich hat den Bedauernswerten diese unbehandelte dissoziative Identitätsstörung - verbunden mit einer 100 Stunden Woche ohne Urlaub und Erholung - nicht ins Burnout getrieben.

Ja, und auch in Oberösterreich hat sich Egon gut versteckt: nach Auskunft der dortigen Landespolitik hat er nämlich mit einer neuen Firma in Wels mit dem lustigen Namen „at.FAM“ überhaupt nichts zu tun. „at.FAM“ ist zwar eine 100%ige Tochterfirma von TAF (zur Erinnerung: das ist die Firma, in der Egon laut Homepage, nicht aber laut Firmenbuch, als Geschäftsführer „ruht“), aber wenn man nicht mehr auf der Homepage der Mutterfirma aufscheint, dann kann man natürlich auch mit der Tochterfirma nichts mehr am Hut haben, oder?


Zum Bild unten: Irgendwann wollte sich Sepp Salzgebers GWG ihren Namen nicht mehr durch Egon weiter anpatzen lassen – was etwas heißen will - und seitdem kennt GWG den Egon nicht mehr. Und weil die GWG den Egon dann nicht mehr lieb hatte, musste Egon auf seinem Firmenschild das „GWG-Logo“ mit braunem Klebeband abdecken. Wahrlich, Undank ist der Welten Lohn!